Mehr Fühlen, weniger Denken: Wie Körperwahrnehmung zur besten Selbstfürsorge wird
„We think too much and feel too little.“ – Charlie Chaplin, Der große Diktator Dieser Satz aus Chaplins Schlussrede hat in den letzten 80 Jahren nichts an Aktualität verloren. Was er in seinem Appell an die Menschheit damals meinte, lässt sich heute noch eins zu eins auf unser eigenes Leben übertragen – wir sind oft so sehr mit Denken, Analysieren und Planen beschäftigt, dass wir die Sprache unseres Körpers nicht mehr hören. In meinem Blogartikel möchte ich diesen Gedanken aufgreifen und über das Thema „Fühlen und Wahrnehmen“ sprechen. Gerade jetzt, da die Erkältungs- und Grippesaison beginnt, lohnt es sich, der feinen Körpersprache mehr Aufmerksamkeit zu schenken und uns selbst im…
Die Ressourcen (m)eines Lebens oder: was eine Tasse Kamillentee im Leben bedeuten kann
„Es war in der Küche, noch mit Holzofen (auch Elektro, aber einer war noch mit Holz, auch wenn er nicht mehr benutzt wurde), und auch mit einer Badewanne. Die war zugedeckt. So war das damals in den einfachen Verhältnissen. Und es war sooo gemütlich! Ich habe als kleiner Junge auf einem Schemel gesessen, meine Oma auf ihrem Stuhl. Kamillentee gab es. So lecker, dass ich es bis heute nicht schaffe ihn so hinzubekommen. Und mir war das bestimmt 30 Jahre nicht bewusst,“ so beschrieb es ein Klient von mir, als wir auf Spurensuche gingen, um seine Ressourcen des Lebens zu finden. Es war ihm aus der Erinnerung verschwunden, welche Wärme…
Was ich im Leben bereue?
Nichts! Ganz einfach!? Ich gehe bald auf einen weiteren runden Geburtstag zu, habe mein langjähriges Angestelltenverhältnis verlassen und finde, dass ist ein guter Zeitpunkt, ein Resümee über das bisherige Leben zu ziehen. Nicht erst zum Jahresende oder zum Tag X. Sondern jetzt! Die Tage kam dann auch noch treffend der Newsletter der Deutschen Gesellschaft der Positiven Psychologie (DGPP). Ich lese ihn gerne, denn er fasst immer gut zusammen, was ich Positives in der Welt finden kann. Auch hier fand ich einen Satz, der meine Gedanken zu meinem bisherigen Leben gut umfasst: „Lebenserfahrungen, die neuartig und herausfordernd sind sowie einen Perspektivwechsel erfordern, tragen maßgeblich dazu bei, ein psychologisch reiches Leben zu…
Somatic Experiencing (SE)® – der Körper kennt die Antwort
„Trauma entsteht (somit) nicht durch das Ereignis, sondern durch eine unvollständige, nicht abgeschlossene Reaktion des Nervensystems.“ Peter Levine Somatic Experiencing (SE) ® ist eine körperorientierte Methode, um traumatischen Stress zu lösen. Fast jede/r hat das schon mal erlebt. Traumatischer Stress entsteht dann, wenn wir durch ein Ereignis überwältigt werden und Kampf- oder Fluchtreaktionen als Überlebensenergie nicht eingesetzt werden konnten. Oder kurz gesagt, es wird ein: „Ich kann nicht“ Zustand erreicht. Diese Energie bleibt dann im Körper „stecken“ – genaugenommen im Nervensystem. Das Nervensystem verbleibt in einem Alarmzustand und zeigt körperliche Symptome, wie: Angst, Wut, Unruhe, Muskelanspannungen, Schlafstörungen, emotionale Schwankungen und vieles mehr. Warum hilft Somatic Experiencing (SE) ®? Das Besondere ist, dass ein traumatisches Ereignis…
Sich selbst regulieren lernen: Mehr Sicherheit im eigenen Körper
Oder: wie man sein Nervensystem besser kennenlernt. Vielleicht kennst Du das: Du fühlst Dich häufig angespannt oder gereizt – und gleichzeitig müde und erschöpft. Viel angenehmer wäre es, sich innerlich ruhig und zugleich lebendig zu erleben, präsent im eigenen Körper und aufmerksam für den Moment. Eine Aktivierung, die gut tut statt zu überfordern. Das gelingt nicht immer. Doch der erste Schritt besteht darin, diesen Unterschied bewusst wahrzunehmen – und zu lernen, wie sich das eigene Nervensystem regulieren lässt. Das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus Unser Nervensystem bewegt sich ständig zwischen Aktivierung und Entspannung – ähnlich wie zwischen Berg und Tal. Ein wichtiger Teil davon ist das autonome Nervensystem. Es arbeitet…
Was Corona mit uns macht – Alte Ängste werden aktiviert
Als Somatic Experience® Therapeutin – eine Form der Körperpsychotherapie – frage ich mich gerade, was Corona mit mir – mit uns – macht? Insgesamt spricht man davon, dass Angst bei einigen Menschen zugenommen hat. In Teilen verständlich, denn der Mund-Nasen-Schutz schränkt unseren Kontakt zu den Mitmenschen stark ein und vor allem auch zu Verwandten und Freunden, die man kürzlich noch in den Arm genommen hat und dabei keine Angst haben musste, den Virus zu übertragen. Über dem gesamten Alltag schwebt die Angst vor dem Virus. Hinzu kommt, dass die Corona-Pandemie und ihre Dauer, der Umfang und die Folgen schwer einschätzbar sind. Dies kann diffuse Ängste wecken. Verbunden mit vielen Unsicherheiten…
Zu viel, zu schnell, zu plötzlich: Trauma als tiefe Grenzerfahrung und Wege zur Heilung
Bin ich traumatisiert? Diese Frage begegnet mir häufig in meiner Praxis. Seit ich mich intensiv mit dem Thema Trauma im Rahmen meiner Somatic Experiencing (SE)-Ausbildung vor 10 Jahren befasst habe – einer körperorientierten Methode zur Verarbeitung traumatischer Erfahrungen – ist mir bewusst geworden, wie weit verbreitet Traumatisierungen sind. Die meisten Menschen haben irgendwann belastende Erfahrungen gemacht. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede*r gleichermaßen betroffen ist – die Schwere der Traumatisierung kann stark variieren. Und nicht jede/r ist auch bei gleichen Erlebnissen traumatisiert. Wie kommt das? Ein Blick zurück: Traumata der Generationen Viele Menschen vor allem in der Lebensmitte tragen unbewusst Traumata in sich – oft geprägt durch die Erfahrungen ihrer…






