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  • Lebensthemen

    Viel zu große Schuhe – Parentifizierung in der Kindheit und Folgen

    „Warst du als Kind diejenige, die immer vermitteln musste, wenn deine Eltern gestritten haben?“ „Hast du früh gelernt, stark zu sein – weil sonst niemand stark war?“ „Warst Du eher unsichtbar, unauffällig und angepasst – weil sich keiner um dich gekümmert hat?“ Wenn Kinder Aufgaben übernehmen müssen, die eigentlich zu den Eltern gehören – emotional oder praktisch – spricht man von Parentifizierung. Es ist ein ungewollter Rollentausch, bei dem Kinder in eine Verantwortung gezwungen werden, weil das Familiensystem sonst auseinander bricht. Dies kann aus ganz verschiedenen Gründen erfolgen: Wenn Mütter oder Väter psychisch (Alkoholismus, Depressionen u.a.) erkrankt sind und keine Kapazitäten haben, sich ihren Kindern zuzuwenden Wenn ein Bruder oder…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Medizinisches Trauma: Symptome, körperliche Reaktionen und Wege zur Verarbeitung

    Vor einer anstehenden weiteren Operation bittet mich eine Klientin um einen Termin, da sie im Hinblick auf ihre OP vielerlei körperliche Symptome verspürte. In der Sitzung erzählte sie dann, dass schon allein bei der Vorstellung an den Termin ihr Herz zu rasen beginnt und sie in der letzten Zeit auch Schlafstörungen hatte. Medizinische Behandlungen sollen Heilung und Unterstützung geben. Doch nicht jede Erfahrung im medizinischen Kontext wird als sicher oder hilfreich erlebt. Manchmal hinterlassen Operationen, Notfallsituationen oder belastende Untersuchungen psychische Spuren, die noch lange nach der körperlichen Genesung bestehen bleiben. In der Psychotherapie sprechen wir dann von einem medizinischen Trauma. Und vielleicht liegt der Ursprung schon sehr lange zurück… so,…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Dankbarkeit in der Therapie: Mehr als positives Denken

    „Ich bin für so vieles dankbar in meinem Leben“, sagte mir kürzlich eine Klientin in unserer Beratung. Als ich diesen Satz hörte, war ich berührt. Denn er stand in einem deutlichen Kontrast zu dem, womit sie zu Beginn der Therapie zu mir gekommen war. In den ersten Stunden war ihr Blick vor allem auf leidvolle, schwierige Phasen und schmerzhafte Erfahrungen ihres Lebens gerichtet gewesen. Auf das, was gefehlt hatte. Auf das, was verletzt oder überfordert hatte. Auf das, was schwierig ist und war. Auch ihre körperlichen Einschränkungen waren hier ein wichtiges Thema. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Viele Menschen kommen in meine Therapie, weil sich das Leben schwer, eng oder…

  • Lebensthemen

    Ticken Erstgeborene anders?

    Zwischen Verantwortung und Selbstsein: Erstgeborene Für die Töchter gibt es sogar das „Eldest Daughter Syndrome“ – oder EDS – dabei handelt es sich nicht um einen klinischen Begriff. Es ist ein Erkennen von Symptomen im Verhalten: Ein Muster im Erleben. Ein Wiedererkennen in dem Gefühl, dass Verantwortung, Fürsorge, Anpassung und Stärke schon sehr früh gelernt wurden – oft bevor die eigenen Bedürfnisse wirklich mitgefühlt wurden. Viele älteste Töchter, aber auch Söhne haben gelernt: Ich halte die Dinge zusammen, ich kümmere mich um andere, ich bin die oder der Zuverlässige. Und sie spüren oft erst im Erwachsensein, dass dieser Modus nicht nur eine Rolle war, sondern bis heute tief im Körper…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Resignation, Akzeptanz und Würdigung – drei Haltungen, die sich unterschiedlich berühren

    Viele Menschen sagen: „Ich habe mich damit abgefunden.“Doch hinter diesen Worten liegt oft kein Frieden – sondern ein leiser Schmerz. In der Begleitung von Menschen, die sich in seelischen Herausforderungen oder Veränderungsprozessen befinden, begegnen mir häufig zwei Haltungen, die sehr unterschiedliche Möglichkeiten eröffnen: Resignation und Akzeptanz. Beide haben mit Loslassen zu tun, beide entstehen oft nach Zeiten des Kampfes oder des Schmerzes – innen, wie außen. Doch während die eine Seele und Körper erschöpft und schwächt, kann die andere Frieden und Lebenskraft schenken. Beispiele aus meinen Beratungen sind: Das Ende einer Beziehung oder Freundschaft Die (unfreiwillige) Beendigung einer beruflichen Laufbahn Ein unerreichbares Ziel Eine misslungene Operation oder Krankheit Lebensübergänge generell…

Susanne Kucklei
In der Veränderung sich selbst (wieder) finden

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