Dankbarkeit in der Therapie: Mehr als positives Denken
„Ich bin für so vieles dankbar in meinem Leben“, sagte mir kürzlich eine Klientin in unserer Beratung. Als ich diesen Satz hörte, war ich berührt. Denn er stand in einem deutlichen Kontrast zu dem, womit sie zu Beginn der Therapie zu mir gekommen war. In den ersten Stunden war ihr Blick vor allem auf leidvolle, schwierige Phasen und schmerzhafte Erfahrungen ihres Lebens gerichtet gewesen. Auf das, was gefehlt hatte. Auf das, was verletzt oder überfordert hatte. Auf das, was schwierig ist und war. Auch ihre körperlichen Einschränkungen waren hier ein wichtiges Thema. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Viele Menschen kommen in meine Therapie, weil sich das Leben schwer, eng oder…
Frühjahrsputz für die Seele – Entrümpeln, Loslassen, Aufblühen 🌿✨🐦🧘🏻♀️
„Das Schöne am Frühling ist, dass er immer dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.“ Jean Giraudoux Und ja, der Frühling ist da – spürbar, sichtbar und voller Leben. Die Natur erwacht in all ihren Facetten: Vögel bauen Nester, Tiere bereiten sich auf die Paarungszeit vor, und das Erwecken der Pflanzen ist nicht zu übersehen. Es ist endlich Frühling! Heller, wärmer, intensiver… Was wir von der Natur lernen können und warum diese Jahreszeit so kraftvoll für Veränderungen ist, erfährst du in diesem Artikel. Ein Hormoncocktail für neue Energie Der Frühling bringt nicht nur längere Tage und wärmere Temperaturen, sondern beeinflusst auch direkt unser Nerven- und Hormonsystem. Beide sind eng…
Der Sprung ins klare Wasser: Der Weg zum beruflichen Ausstieg
Neuorientierung nach 40 Jahren Arbeit Nach über vier Jahrzehnten im Berufsleben, meist rund um das 60. Lebensjahr, stehen viele Babyboomer an einem Wendepunkt. Während sich die digitale Welt immer schneller dreht, wächst bei vielen die innere Abwehr gegen den ständigen Wandel – begleitet von zunehmender Erschöpfung. Arbeiten bis zur Rente? Oft fühlt es sich an wie ein endloser Marathon, bei dem das eigentliche Ziel längst aus den Augen geraten ist. Gleichzeitig reift die Überzeugung: Es reicht! Die Zeit des Vollzeit-Arbeitens ist vorbei. Zudem wird vielen bewusst, dass die ständige Anpassung an neue Anforderungen nicht mehr mit den eigenen Werten harmoniert. Es ist Zeit innezuhalten und sich einige wesentliche Fragen zu…
Toxische Scham: Ein lähmendes Gefühl und wie wir damit umgehen können
Was ist Dir das menschlichste? Jemand Scham ersparen. (Friedrich Nietzsche) Scham – ein unangenehmes Gefühl, das viele von uns zu vermeiden suchen. Doch ist Scham wirklich so negativ, wie sie oft empfunden wird? Tatsächlich kann eine gesunde Scham hilfreich sein: Sie erinnert uns daran, unsere Werte zu reflektieren und unser Verhalten anzupassen. Scham zeigt uns, wenn Grenzen überschritten wurden, und bewahrt unsere Würde – vorausgesetzt, wir nehmen sie rechtzeitig wahr und nutzen sie konstruktiv. Die zwei Gesichter der Scham Nicht jede Scham ist jedoch gesund. Im Gegensatz zur natürlichen Scham, die uns schützt, wirkt toxische Scham zerstörerisch. Sie greift unseren Selbstwert an und vermittelt das schmerzhafte Gefühl, fehlerhaft oder „nicht…
25 letzte Sommer oder: wie verbringe ich den Rest meines Lebens?
Manchmal verliert man aus den Augen, was einem gut tut. Aber eins weiß ich genau: Die erste Tasse Kaffee nach dem Baden ist die schönste des Tages. So beginnt die herzerwärmende Geschichte über eine Lebensbetrachtung von Stephan Schäfer, der glücklicherweise Karl begegnet, um wesentliche Lebensfragen zu reflektieren. Sein Roman „25 letzte Sommer“ trifft mit Exaktheit genau die Zahl, die man mit 60 Lebensjahren – wenn alles gut geht – durchschnittlich noch vor sich hat. Menschen in dieser Lebensphase werden sich bewusst, dass gut zwei Drittel des Lebens vergangen sind. Meistens mit viel Arbeit und viel zu viel Aktivitäten, die einen von den Dingen ablenken, die wirklich wesentlich sind. Schäfer schreibt…
Loslassen: (k)eine einfache Übung – der Vorruhestand kommt!
Alle Menschen lassen ein wenig von sich selbst zurück, wenn sie weggehen. David Rochford Loslassen ist ein Wort, dass erstmal einfach klingt, aber in Situationen, wie z.B. der Übergang in eine neue Lebensphase, kann dies auch herausfordernd und beunruhigend sein. Warum das so ist, berichte ich aus eigener Erfahrung, denn ich gehe in den Vorruhestand. Ergänzt wird das durch Beratungsbeispiele, die ich in meiner Praxis erlebe und begleite. In diesem Blogartikel biete ich 6 Anregungen, wie der Start in diese Lebensphase gut gelingen kann. Nicht zuletzt beschreibt Romano Guardini, Religionsphilosoph und Theologe, den Abschied aus dem offiziellen Berufsleben als die „Krise der Loslösung“, bei der man mit vielen einzelnen (seelischen)…
11 Fragen, die mein Leben in Gruppen leichter machen
Wir erfahren uns in einer Gruppe. Sind oft in Gruppen zusammen. Oder werden in Gruppen zusammengesetzt, die wir uns nicht aussuchen: z.B. in der Arbeitswelt. Vielleicht vermeiden wir auch Gruppen. Und manchmal fragt man sich dann, warum man in einer Gruppe immer wieder in die gleiche (unangenehme) Situation kommt. Es gibt ein paar Dinge über die Gruppenidentität, die man durch bisherigen Erfahrungen mit und in Gruppen gebildet hat. Wie es dazu kommt und was hilft, etwas zu verändern, beschreibe ich in diesem Blogartikel. „Nur wer sich selbst gut begegnet, kann anderen gut begegnen.“ Welche Gruppenerfahrung habe ich? Gruppenidentität bildet sich zwischen dem 7. und 12. Lebensjahr. Gruppe meint damit alles…
Einfach mal was ausprobieren: Raus aus der Komfortzone
Wisset, dass das Geheimnis des Glücks die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber der Mut ist. Perikles – Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht – aber mein Kalender ist zumindest unter der Woche meist ziemlich durchgetaktet. Vieles ist geplant, strukturiert und organisiert. Das gibt zwar Sicherheit, kann sich aber auch einengend anfühlen und lässt oft wenig Raum für Entwicklung. In diesem Beitrag möchte ich anhand von drei Beispielen zeigen, wie bereichernd es sein kann, eigene Grenzen – oder besser gesagt: Selbstbegrenzungen – zu verlassen. Manchmal genügt ein kleiner Schritt außerhalb der Komfortzone, manchmal braucht es etwas mehr Mut. Doch fast immer lohnt es sich. Ein neues Gefühl für die…
Wer bin ich eigentlich und wie viele?
Ego-States oder: Die Puzzleteile unserer Persönlichkeit Haben Sie sich schon einmal gefragt, aus welchen Persönlichkeitsanteilen Sie bestehen? Jeder Mensch ist eine Person – und doch tragen wir viele verschiedene Facetten in uns. Diese sogenannten Ego-States (von lateinisch ego = „ich“ und englisch state = „Zustand“) beeinflussen unser Leben auf vielfältige Weise: Sie können uns unterstützen, aber auch blockieren. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel. Was sind Ego-States? Die Psychotherapeuten John und Helen Watkins entwickelten in den 1980er-Jahren die Ego-State-Therapie, um Menschen ihre inneren Persönlichkeitsanteile bewusst zu machen und sie in eine Einheit zu integrieren. Jeder Mensch besitzt zahlreiche Ego-States – mindestens fünfzehn, oft aber weit mehr. Sie…
Rau(h)nächte: die magische Phase des Übergangs
Rau(h)nächte: Wie man diese Zeit für sich besonders nutzen kann Ich liebe diese magische Zeit zwischen dem Ende des alten und dem Beginn des neuen Jahres – die Rau(h)nächte. Sie bieten eine wunderbare Gelegenheit zum Reflektieren, Ausprobieren von Ritualen und besonders wichtig: zum Ausruhen. Vor kurzem fiel mir das Buch „Das Wunder der Rauhnächte“ von Valentin Kirschgruber in die Hände. Es inspiriert dazu, diese „Zeit außerhalb der Zeit“ bewusst zu erleben. Vier Nächte gelten als die bedeutendsten: die Wintersonnenwende (21. Dezember), die Christnacht (24. Dezember), Silvester und die Nacht vom 5. auf den 6. Januar (Heilige Drei Könige). Kirschgruber beschreibt diese Zeit treffend: „Diese Zeit, die weder zum alten noch…









