• Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Dankbarkeit in der Therapie: Mehr als positives Denken

    „Ich bin für so vieles dankbar in meinem Leben“, sagte mir kürzlich eine Klientin in unserer Beratung. Als ich diesen Satz hörte, war ich berührt. Denn er stand in einem deutlichen Kontrast zu dem, womit sie zu Beginn der Therapie zu mir gekommen war. In den ersten Stunden war ihr Blick vor allem auf leidvolle, schwierige Phasen und schmerzhafte Erfahrungen ihres Lebens gerichtet gewesen. Auf das, was gefehlt hatte. Auf das, was verletzt oder überfordert hatte. Auf das, was schwierig ist und war. Auch ihre körperlichen Einschränkungen waren hier ein wichtiges Thema. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Viele Menschen kommen in meine Therapie, weil sich das Leben schwer, eng oder…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Die vielen Seiten in uns – Wie du deine inneren Anteile verstehen und stärken kannst

    Wer sich schon einmal mit dem Thema Inneres Kind beschäftigt hat, kennt vermutlich die Bücher von Stefanie Stahl. Sie hat mit ihren Modellen des „Sonnenkindes“ und „Schattenkindes“ die Bedeutung unserer kindlichen Prägungen nähergebracht. Doch oft bleibt es dabei nicht bei nur einem inneren Anteil. Unsere Psyche ist komplex – und genau da liegt auch eine große Chance für Heilung und Wachstum. Eine wertvolle Erweiterung in diesem Bereich bietet die Arbeit der Traumatherapeutin Luise Reddemann, insbesondere ihr Ansatz der PITT – Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie. Reddemann geht davon aus, dass wir viele verschiedene innere und frühere Anteile in uns tragen. Sie und andere Vertreter der Therapierichtung nennen diese Anteile auch Ego-States. Gerade…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Die Ressourcen (m)eines Lebens oder: was eine Tasse Kamillentee im Leben bedeuten kann

    „Es war in der Küche, noch mit Holzofen (auch Elektro, aber einer war noch mit Holz, auch wenn er nicht mehr benutzt wurde), und auch mit einer Badewanne. Die war zugedeckt. So war das damals in den einfachen Verhältnissen. Und es war sooo gemütlich! Ich habe als kleiner Junge auf einem Schemel gesessen, meine Oma auf ihrem Stuhl. Kamillentee gab es. So lecker, dass ich es bis heute nicht schaffe ihn so hinzubekommen. Und mir war das bestimmt 30 Jahre nicht bewusst,“ so beschrieb es ein Klient von mir, als wir auf Spurensuche gingen, um seine Ressourcen des Lebens zu finden. Es war ihm aus der Erinnerung verschwunden, welche Wärme…