Gemeinsame Erlebnisse stärken das Vertrauen
Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

Warum ich gerne helfe!

Eigentlich sollte man einen Menschen überhaupt nicht bemitleiden, besser ist es, man hilft ihm.
Maksim Gorki

Jemanden zu helfen ist das Gefühl aktiv etwas zu tun, um die Welt ein wenig besser zu machen. Ich unterstütze seit einigen Jahren z.B. die Joblinge – eine bundesweite Initiative, um jungen Menschen mit Startschwierigkeiten den Eintritt ins Berufsleben zu erleichtern. Es macht mich glücklich, zu sehen, wie die meisten meiner Schützlinge in der Zeit der Begleitung (3-9 Monate) dann ihren nächsten Schritt finden und besser ins Berufsleben starten.

Vielleicht kann ich Sie auch motivieren, Menschen zu helfen? Gutes zu tun und die Welt durch gute Taten ein wenig besser zu machen wirkt sich zudem auch positiv auf die eigene Person aus.

Sicherheit und Orientierung

Stellen Sie sich vor, Sie wären in einer Umgebung aufgewachsen, wo der Vater schon frühzeitig die Familie verlassen hat, fünf Kinder von einer Mutter größtenteils alleine großgezogen wurden. Der Lebensunterhalt wurde größtenteils durch Putzstellen sichergestellt und die Zeit für jedes einzelne Kind ist einfach sehr reduziert. Wo kann ich mit meinen Sorgen und Nöten hin, wer hilft mir bei Fragen der Berufsorientierung?

Oder Sie sind geflüchtet aus dem Iran, weil sie dort als junger Mensch bedroht waren. So, wie z.B. Saman Salari, den ich in den letzten drei Monaten begleitet habe und der jetzt seit Mitte Dezember seine Qualifizierungsmaßnahme bei BMW in München startet.

Gemeinsame Erlebnisse stärken das Vertrauen
Gemeinsame Gespräche bieten Sicherheit und Orientierung – hier gemeinsam mit Saman Salari.

Seine Geschichte hat mich sehr beeindruckt und sie ist besonders dadurch, dass ich sie mit ihm teile. Sie ist nicht durch die Medien geprägt, sondern ich kann mir selbst ein Bild davon machen, wie ein junger Mensch mit Fluchthintergrund ein neues Leben in Deutschland aufbaut. Und das wichtigste: ich kann aktiv helfen, es ihm etwas leichter zu machen, indem ich ihm mit meinem Wissen Orientierung gebe. Was ist z.B. wichtig, wenn ich bei den Behörden nicht weiterkomme? Wo muss ich auch mal meine (kulturellen) Glaubenssätze hinterfragen, wenn ich mit meinen erlernten Vorgehen nicht ans Ziel komme?

Ich kann ihm aber auch durch meine Anwesenheit Sicherheit anbieten, weil er weiß, dass er in den regelmäßigen Gesprächen, die wir haben, seine Fragen stellen kann. Ich schenke ihm gerne meine Zeit. Das können dann auch sehr persönliche Fragen sein, wenn das Vertrauensverhältnis und die Verbindung gewachsen ist.

Alle Menschen, die ich bislang begleitet habe, haben eins gemeinsam: Sie haben wenig Menschen in ihrem Umfeld, die Zeit und Wissen haben, ihre Fragen zu beantworten. Entweder, weil Eltern und Angehörige nicht mehr leben oder selbst so belastet sind, dass die Energie für eine Unterstützung ihrer Kinder fehlt.

Helfen macht glücklich

Es ist nicht so, dass ich alle Probleme lösen kann. Was ich aber leisten kann, ist meine Erfahrung weiterzugeben und als Vorbild zu dienen. Psychologen, wie beispielsweise Erik Erikson haben das als Generativität bezeichnet. Gemeint ist damit, dass Menschen im Alter von 45-65 gerne ihre Werte und Normen an die nächste Generation weitergeben möchten. Ich bin, was ich hinterlasse und das kann glücklich machen.

Hinzu kommt, dass ich als alleinerziehende Mutter einer 22-jährigen weiß, wie kompliziert die Wege sein können und wieviel Rückhalt man braucht, um seinen Weg zu finden. Ich kann also meine Erfahrung sinnvoll weitergeben. Außerdem war mein eigener Werdegang auch etwas beschwerlich, so dass ich weiß, wie herausfordernd diese Phase sein kann, bis man als junge Erwachsene seine Orientierung hat. Ich hätte mir als junger Mensch auch gerne mehr Sicherheit und Orientierung gewünscht. Heute kann ich es Menschen anbieten und auch aus meiner eigenen Geschichte erzählen.

Es muss nicht immer viel sein

Unterstützung kann viel Zeit kosten, muss es aber nicht. Wichtig ist, sich von vorneherein klar zu sein, wie viel Zeit man investieren möchte. Qualität ist hier wichtiger als Quantität. Ein Gespräch alle zwei Wochen und Lebenszeichen über soziale Medien. Wichtig ist eher die Regelmäßigkeit in der Unterstützung und die Verpflichtung, die vereinbarten Termine auch einzuhalten. Damit ist schon viel getan.

Wie man hilft oder wo man unterstützen möchte, ist dann Sache der eigenen Motivation und Fähigkeiten. Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli hat ja gezeigt, wie und mit was Menschen alles helfen können. Das entscheidende ist eher etwas aktiv zu tun, als sich das Leiden und die Tragödien in den Medien anzusehen!

Weil mir die Unterstützung der jungen Erwachsenen so viel Freude bereitet, habe ich mich zudem als Systemische Kinder- und Jugendtherapeutin weitergebildet. Auch noch ein weiterer Effekt diese Engagements: ich habe so viel Freude dabei erlebt, dass ich mich in den besonderen Fragestellungen von Kindern- und Jugendlichen weiterbilden wollte und damit die Welt – ein stückweit – zu einem besseren Ort machen kann.

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