• Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Medizinisches Trauma: Symptome, körperliche Reaktionen und Wege zur Verarbeitung

    Vor einer anstehenden weiteren Operation bittet mich eine Klientin um einen Termin, da sie im Hinblick auf ihre OP vielerlei körperliche Symptome verspürte. In der Sitzung erzählte sie dann, dass schon allein bei der Vorstellung an den Termin ihr Herz zu rasen beginnt und sie in der letzten Zeit auch Schlafstörungen hatte. Medizinische Behandlungen sollen Heilung und Unterstützung geben. Doch nicht jede Erfahrung im medizinischen Kontext wird als sicher oder hilfreich erlebt. Manchmal hinterlassen Operationen, Notfallsituationen oder belastende Untersuchungen psychische Spuren, die noch lange nach der körperlichen Genesung bestehen bleiben. In der Psychotherapie sprechen wir dann von einem medizinischen Trauma. Und vielleicht liegt der Ursprung schon sehr lange zurück… so,…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Dankbarkeit in der Therapie: Mehr als positives Denken

    „Ich bin für so vieles dankbar in meinem Leben“, sagte mir kürzlich eine Klientin in unserer Beratung. Als ich diesen Satz hörte, war ich berührt. Denn er stand in einem deutlichen Kontrast zu dem, womit sie zu Beginn der Therapie zu mir gekommen war. In den ersten Stunden war ihr Blick vor allem auf leidvolle, schwierige Phasen und schmerzhafte Erfahrungen ihres Lebens gerichtet gewesen. Auf das, was gefehlt hatte. Auf das, was verletzt oder überfordert hatte. Auf das, was schwierig ist und war. Auch ihre körperlichen Einschränkungen waren hier ein wichtiges Thema. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Viele Menschen kommen in meine Therapie, weil sich das Leben schwer, eng oder…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis

    Resignation, Akzeptanz und Würdigung – drei Haltungen, die sich unterschiedlich berühren

    Viele Menschen sagen: „Ich habe mich damit abgefunden.“Doch hinter diesen Worten liegt oft kein Frieden – sondern ein leiser Schmerz. In der Begleitung von Menschen, die sich in seelischen Herausforderungen oder Veränderungsprozessen befinden, begegnen mir häufig zwei Haltungen, die sehr unterschiedliche Möglichkeiten eröffnen: Resignation und Akzeptanz. Beide haben mit Loslassen zu tun, beide entstehen oft nach Zeiten des Kampfes oder des Schmerzes – innen, wie außen. Doch während die eine Seele und Körper erschöpft und schwächt, kann die andere Frieden und Lebenskraft schenken. Beispiele aus meinen Beratungen sind: Das Ende einer Beziehung oder Freundschaft Die (unfreiwillige) Beendigung einer beruflichen Laufbahn Ein unerreichbares Ziel Eine misslungene Operation oder Krankheit Lebensübergänge generell…

  • Lebensthemen

    Freiheit, die ich meine 🌿

    An einem herbstlichen Wochenende besuchte ich die Paulskirche in Frankfurt – einem Ort, der wie kaum ein anderer für Demokratie und unsere gemeinsame Geschichte steht. In meinen Begleitungen, die ich Menschen aller Altersgruppen (von 10 bis 90 Jahren) und Geschlechter anbiete, geht es immer wieder um Freiheit – die innere wie auch die äußere. Sie (wieder) zu erlangen oder zu bewahren, ist oft ein zentrales Ziel. Manchmal ist es den Menschen im Erstgespräch gar nicht so deutlich bewusst. Der Blick geht zum Fenster, im Körper breitet sich ein Gefühl von Weite aus – und manchmal entsteht daraus ganz von selbst ein leises Wort: Freiheit. Das sind dann magische Momente! Freiheit…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis,  Körper und Seele

    Die vielen Gesichter der Depression

    Symptome erkennen und verstehen „Bin ich einfach nur erschöpft – oder steckt mehr dahinter?“ Diese Frage stellen sich viele Menschen, wenn sie merken, dass etwas nicht stimmt. Denn Depressionen zeigen sich nicht immer so, wie wir es erwarten würden. Manchmal wirken sie leise, versteckt hinter körperlichen Beschwerden oder hinter einer scheinbar „funktionierenden“ Fassade. Die Deutsche Depressionshilfe weist darauf hin, dass jedes Jahr Millionen Menschen in Deutschland an einer behandlungsbedürftigen Depression erkranken – viele ohne je die passende Unterstützung zu bekommen. Da es viele Unterschiede – auch bei den Symptomen – gibt, sind folgende Fragen hilfreich: Wie erkenne ich eine Depression? Welche Formen von Depressionen gibt es überhaupt? Was kann ich…

  • Lebensthemen

    🌸Blumen für die Seele oder…

    Wie mein Auto mich an das Leben erinnert 🌸 Alte (körperliche) Spuren – neuer Blick Neulich habe ich mein Auto mit bunten Blumen beklebt – direkt über Kratzer, Dellen und kleine Macken hinweg. Und plötzlich wirkte es lebendig. Nicht neu – aber echt, besonders und kraftvoller – als zuvor. Genau das begegnet mir auch in meiner therapeutischen Arbeit mit Somatic Experiencing:® Wenn wir beginnen, unsere inneren Spuren anzuschauen – achtsam, liebevoll und im Körper verankert – kann etwas in Bewegung kommen. Nicht um es „wegzumachen“, sondern um zu integrieren. Heilung bedeutet nicht Perfektion. Sondern ist ein neuer, lebendiger Zugang zu dem, was schon da ist. Und manchmal beginnt dieser Weg…

  • Lebensthemen

    Wut – Ein kraftvolles Gefühl zwischen Zerstörung und Weiterentwicklung

    „Wut ist wie Feuer: Sie kann zerstören, aber auch wärmen und antreiben – es kommt darauf an, wie wir sie nutzen.“ – Unbekannt Wut ist ein starkes, aber auch ein gefürchtetes Gefühl. Viele Menschen verbinden sie mit Aggression und Gewalt, aber auch Kontrollverlust oder Schuld. Doch Wut hat nicht nur zerstörerisches Potenzial – sie ist auch eine wichtige Kraftquelle für Veränderung und persönliches Wachstum. In diesem Artikel gehe ich den Ursachen der Wut auf den Grund, betrachte ihre Chancen und Risiken und zeige auf, wie man ihre gute Energie konstruktiv nutzen kann. Ursachen von Wut Wut entsteht, wenn innere oder äußere Grenzen verletzt werden. Sie signalisiert, dass etwas nicht stimmt…

  • Lebensthemen

    Wollte, könnte, sollte – wie der Konjunktiv uns ausbremst

    Wollte, könnte, sollte oder müsste – was wirklich dahinter steckt, wenn gesetzte Ziele und Wünsche nicht umgesetzt werden Willkommen im Konjunktiv, hier könnte alles so schön sein. Der Konjunktiv – diese scheinbar harmlose grammatikalische Form – ist mehr als nur ein Stilmittel der deutschen Sprache. Hier dient es dazu, wenn man mögliche und unmögliche Dinge sprachlich darstellen möchte. Er ist aber auch ein Symbol für die Art und Weise, wie Träume und Wünsche in eine Scheinwelt verbannt werden und – nicht umsetzt werden. Würde, könnte, sollte oder müsste – diese Worte markieren häufig die Grenze zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Aber warum behindert uns dies, das zu tun, was wir wirklich wollen? Und welche Rolle…

  • Körper und Seele

    Toxische Scham: Ein lähmendes Gefühl und wie wir damit umgehen können

    Was ist Dir das menschlichste? Jemand Scham ersparen. (Friedrich Nietzsche) Scham – ein unangenehmes Gefühl, das viele von uns zu vermeiden suchen. Doch ist Scham wirklich so negativ, wie sie oft empfunden wird? Tatsächlich kann eine gesunde Scham hilfreich sein: Sie erinnert uns daran, unsere Werte zu reflektieren und unser Verhalten anzupassen. Scham zeigt uns, wenn Grenzen überschritten wurden, und bewahrt unsere Würde – vorausgesetzt, wir nehmen sie rechtzeitig wahr und nutzen sie konstruktiv. Die zwei Gesichter der Scham Nicht jede Scham ist jedoch gesund. Im Gegensatz zur natürlichen Scham, die uns schützt, wirkt toxische Scham zerstörerisch. Sie greift unseren Selbstwert an und vermittelt das schmerzhafte Gefühl, fehlerhaft oder „nicht…

  • Beratungsbeispiele aus meiner Praxis,  Lebensthemen

    Vertrauen ist gut – Kontrolle ist noch besser?

    Ich traue mich, mich zu zeigen, denn ich vertraue darauf, dass nichts im Außen passiert Wir reden von Vertrauen schenken, Vertrauen entwickeln und Vertrauen aufbauen – sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Kontext. Vertrauen ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten Erfolgskriterien für gute Zusammenarbeit. Das bedeutet, gute und erfolgreiche Beziehungen basieren auf Vertrauen. Und nun? Wie aber entwickelt sich Vertrauen? Darüber wird wenig geschrieben. Das Geheimnis lautet: Die Grundlage für Vertrauen wird in ganz frühen Jahren angelegt. Und zwar durch direktes körperliches Erleben im Zusammenspiel mit unseren Bezugspersonen. Wie sich Vertrauen auf der Körperebene entwickelt und dann für ein Leben lang zur Verfügung steht, beschreibe ich in diesem…