Lass das Kind doch schreien
Oder: Wie Bindung und Co-Regulation sich – glücklicherweise – über die Generationen verändert haben. 1945 lauteten Erziehungsempfehlungen unter anderem: Babys nicht „verzärteln“. Schreien lassen – oft bis zum nächsten Füttern in den Morgenstunden. Körperkontakt möglichst begrenzen. Statt Stillen wurde häufig Kondensmilch empfohlen. Bis zur Generation Babyboomer gab es folgende Empfehlungen: Gehorsam und Anpassung Gefühle wenig beachten Nähe und Trost bedeuten Verwöhnung Körperliche Strafen Leistung und Pflichterfüllung Heute, im Jahr 2026, wissen wir deutlich mehr. Welche Veränderungen sich zeigen, findest Du auf meinem LinkedIn Artikel hier:
Warum der Körper nicht einfach „loslässt“
„Der Körper vergisst nichts – auch nicht das, woran wir uns nicht erinnern.“ Andrea Eidmüller Du schläfst eigentlich genug – und fühlst dich trotzdem erschöpft. Dein Rücken schmerzt, obwohl medizinisch kaum etwas gefunden wird. Der Magen spielt verrückt. Der Kopf ist ständig angespannt, vielleicht kommen sogar Migräne oder wiederkehrende Kopfschmerzen dazu. Oft beginnt dann eine lange Reise von Arztpraxis zu Arztpraxis. Untersuchungen folgen, Befunde bleiben unauffällig. Irgendwann fällt der Satz: „Körperlich ist alles in Ordnung.“ Und doch fühlt es sich nicht so an. Du spürst, dass etwas nicht stimmt. Dann taucht irgendwann eine andere Frage auf: Warum reagiert mein Körper so? Wenn der Körper ausdrückt, was Worte nicht können Andrea…
Für die Bindung tue ich alles
„Ich weiß gar nicht richtig was ich eigentlich will.“ Meine Klientin saß vor mir und war wirklich verzweifelt. Sie erzählte von ihrer Beziehung, wie sehr sie sich bemühte, Konflikte zu vermeiden, alles richtig zu machen und die Bedürfnisse anderer zu erfüllen. „Wenn jemand enttäuscht von mir ist, halte ich das kaum aus“, sagte sie betroffen. Und sie ergänzte, dass sie dann faktisch nach innen kollabiert (sich total zurückzieht), um die Situation zu bewältigen. Ein altes, erlerntes Muster – was ihr heute nicht mehr gut tut und auch zu körperlichen Symptomen führt. Im Laufe unserer Gespräche wurde deutlich: Schon als Kind hatte sie gelernt, sich anzupassen. Ihre eigenen Gefühle wurden wenig…
Autonomie und Abhängigkeit
„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Johann Wolfgang von Goethe Zwischen Selbstbestimmung und Verbundenheit: Ein menschlicher Grundkonflikt Autonomie und Abhängigkeit sind zwei Grundkräfte, die unser Leben tiefgreifend prägen. Wir wollen frei entscheiden – und gleichzeitig lieben, dazugehören, gehalten sein. Doch was passiert, wenn diese Pole in Spannung geraten oder noch nie in Balance waren? Und wie finden wir, auch in späteren Jahren, zurück zu einem gesunden Gleichgewicht? In diesem Artikel erfährst du: Wie sich Autonomie und Abhängigkeit in uns entwickeln Welche Ursachen hinter Flucht- und Angstimpulsen liegen Wie du deine innere Balance körperlich und seelisch wiederfindest Warum es nie zu spät ist, diesen Grundkonflikt zu lösen Die Wurzeln…
Die vielen Seiten in uns – Wie du deine inneren Anteile verstehen und stärken kannst
Wer sich schon einmal mit dem Thema Inneres Kind beschäftigt hat, kennt vermutlich die Bücher von Stefanie Stahl. Sie hat mit ihren Modellen des „Sonnenkindes“ und „Schattenkindes“ die Bedeutung unserer kindlichen Prägungen nähergebracht. Doch oft bleibt es dabei nicht bei nur einem inneren Anteil. Unsere Psyche ist komplex – und genau da liegt auch eine große Chance für Heilung und Wachstum. Eine wertvolle Erweiterung in diesem Bereich bietet die Arbeit der Traumatherapeutin Luise Reddemann, insbesondere ihr Ansatz der PITT – Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie. Reddemann geht davon aus, dass wir viele verschiedene innere und frühere Anteile in uns tragen. Sie und andere Vertreter der Therapierichtung nennen diese Anteile auch Ego-States. Gerade…
Wut – Ein kraftvolles Gefühl zwischen Zerstörung und Weiterentwicklung
„Wut ist wie Feuer: Sie kann zerstören, aber auch wärmen und antreiben – es kommt darauf an, wie wir sie nutzen.“ – Unbekannt Wut ist ein starkes, aber auch ein gefürchtetes Gefühl. Viele Menschen verbinden sie mit Aggression und Gewalt, aber auch Kontrollverlust oder Schuld. Doch Wut hat nicht nur zerstörerisches Potenzial – sie ist auch eine wichtige Kraftquelle für Veränderung und persönliches Wachstum. In diesem Artikel gehe ich den Ursachen der Wut auf den Grund, betrachte ihre Chancen und Risiken und zeige auf, wie man ihre gute Energie konstruktiv nutzen kann. Ursachen von Wut Wut entsteht, wenn innere oder äußere Grenzen verletzt werden. Sie signalisiert, dass etwas nicht stimmt…
Bis hierhin und nicht weiter oder: wenn Grenzen verschwimmen
Wer seine Grenzen kennt, ist schon ein halber Weiser.“ John Galsworthy, englischer Schriftsteller Galsworthy hat das Herzstück zu den Grenzen in einem Satz klar und deutlich zusammengefasst. Die eigenen Grenzen zu setzen und zu kennen ist lebensnotwendig für die körperliche und psychische Gesundheit! Ganz einfach? Nein – viele Menschen lassen ihre Grenzen schnell fallen, weil sie z.B. Angst haben die Verbundenheit zu anderen zu verlieren… Wir sind im täglichen Austausch mit Menschen in Partnerschaften, Familie, mit Kolleginnen und Kollegen sowie in Freundschaften und dabei werden unsere eigenen Grenzen sehr oft herausgefordert. Besonders bei Menschen, deren Grenzen von früh auf verletzt wurden, ist es sehr schwer sie im heute und jetzt…
Bin ich hier sicher? Oder: wie unser Nervensystem funktioniert
„Wir investieren mehr Energie darin, mit Bedrohungen fertig zu werden, als zu erkennen, was unser Nervensystem braucht, um sich sicher zu fühlen.“Stephen Porges Bin ich hier sicher? Unbewusst stellen wir uns in jeder Situation immer wieder dieselbe Frage:Bin ich hier sicher? Warum Sicherheit für unser Leben so grundlegend ist, weshalb wir Menschen ständig danach suchen und wie ein tieferes Verständnis unseres Nervensystems zu einem stabileren Sicherheitsgefühl beitragen kann – genau darum geht es in diesem Artikel. Außerdem stelle ich erste Lösungswege vor, um Momente von Sicherheit bewusster wahrzunehmen. Denn genau dort beginnt oft der Weg zu mehr Wohlbefinden. Die Suche nach Verbundenheit Von Geburt an suchen wir nach Verbindung. Sie…
Somatic Experiencing (SE)® – der Körper kennt die Antwort
„Trauma entsteht (somit) nicht durch das Ereignis, sondern durch eine unvollständige, nicht abgeschlossene Reaktion des Nervensystems.“ Peter Levine Somatic Experiencing (SE) ® ist eine körperorientierte Methode, um traumatischen Stress zu lösen. Fast jede/r hat das schon mal erlebt. Traumatischer Stress entsteht dann, wenn wir durch ein Ereignis überwältigt werden und Kampf- oder Fluchtreaktionen als Überlebensenergie nicht eingesetzt werden konnten. Oder kurz gesagt, es wird ein: „Ich kann nicht“ Zustand erreicht. Diese Energie bleibt dann im Körper „stecken“ – genaugenommen im Nervensystem. Das Nervensystem verbleibt in einem Alarmzustand und zeigt körperliche Symptome, wie: Angst, Wut, Unruhe, Muskelanspannungen, Schlafstörungen, emotionale Schwankungen und vieles mehr. Warum hilft Somatic Experiencing (SE) ®? Das Besondere ist, dass ein traumatisches Ereignis…
Sich selbst regulieren lernen: Mehr Sicherheit im eigenen Körper
Oder: wie man sein Nervensystem besser kennenlernt. Vielleicht kennst Du das: Du fühlst Dich häufig angespannt oder gereizt – und gleichzeitig müde und erschöpft. Viel angenehmer wäre es, sich innerlich ruhig und zugleich lebendig zu erleben, präsent im eigenen Körper und aufmerksam für den Moment. Eine Aktivierung, die gut tut statt zu überfordern. Das gelingt nicht immer. Doch der erste Schritt besteht darin, diesen Unterschied bewusst wahrzunehmen – und zu lernen, wie sich das eigene Nervensystem regulieren lässt. Das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus Unser Nervensystem bewegt sich ständig zwischen Aktivierung und Entspannung – ähnlich wie zwischen Berg und Tal. Ein wichtiger Teil davon ist das autonome Nervensystem. Es arbeitet…









